Dieser Beitrag gehört zum Themenschwerpunkt Unternehmensbroschüre planen: Aufbau, Inhalte und Wirkung.
Wenn Kernaussage und Belege für deine Unternehmensbroschüre feststehen, kommt die nächste Frage: In welcher Reihenfolge erfahren die Leser davon, und was steht auf welcher Seite? Viele Broschüren beantworten das mit einer Liste von Kapiteln. Hilfreicher ist es, jeder Seite eine Aufgabe zu geben, also die eine Frage, die sie für die Leser klärt.
Hier findest du eine Beispielgliederung mit zwölf Seiten als Arbeitsvorlage. Sie gilt für Imagebroschüre, Firmenbroschüre und Unternehmensbroschüre gleichermaßen, denn gemeint ist derselbe Gegenstand.
Kurz gesagt: Eine bewährte Gliederung führt vom Allgemeinen zum Konkreten: Cover, Einstieg mit Positionierung, Leistungen, Menschen und Arbeitsweise, Belege, Kontakt und Rückseite. Jede Seite bekommt eine Aufgabe in Form einer Leserfrage. Seiten ohne eigene Aufgabe streichst du, Fragen ohne Seite ergänzt du.
Was eine Seitenaufgabe ist
Eine Seitenaufgabe beschreibt in einem Satz, was die Leser nach dieser Seite wissen oder tun sollen. „Leistungen“ ist ein Kapitelname. „Ich verstehe, bei welchen drei Aufgaben mir das Unternehmen hilft“ ist eine Seitenaufgabe. Mit ihr lässt sich prüfen, ob Text und Bild die Frage beantworten, und Inhalte ohne Beitrag fallen auf.
Beispielgliederung für zwölf Seiten
Die Tabelle zeigt eine Gliederung für eine klammergeheftete Broschüre mit zwölf Seiten einschließlich Umschlag. Die Umschlagseiten heißen in der Druckvorstufe U1 (Titel), U2 (Innenseite vorne), U3 (Innenseite hinten) und U4 (Rückseite).
| Seite | Inhalt | Seitenaufgabe aus Lesersicht | Benötigtes Material |
|---|---|---|---|
| 1 (U1) | Titel, Motiv, Absender | Ich erkenne, von wem die Broschüre ist und worum es geht. | Logo, Titelmotiv, Titelzeile |
| 2 (U2) | Kurzprofil in Zahlen | Ich weiß in 30 Sekunden, mit wem ich es zu tun habe. | Gründungsjahr, Standorte, Mitarbeitende, Tätigkeitsfeld mit Stand |
| 3 | Einstieg mit Positionierung | Ich verstehe, wofür das Unternehmen steht und für wen es arbeitet. | Kernaussage, Einleitungstext, gegebenenfalls Foto der Geschäftsführung |
| 4 und 5 | Leistungsschwerpunkte | Ich sehe, bei welchen Aufgaben mir das Unternehmen hilft. | zwei bis drei Leistungen mit Nutzen, je ein Anwendungsbild |
| 6 und 7 | Arbeitsweise und Menschen | Ich weiß, wie ein Projekt abläuft und wer mein Gegenüber ist. | Ablauf in Schritten, Porträts mit Rolle, Einwilligungen |
| 8 und 9 | Referenzprojekte | Ich glaube die Aussagen, weil ich Beispiele sehe. | zwei bis drei Projekte mit Ausgangslage, Leistung und Zeitraum, Freigaben |
| 10 | Zertifikate, Mitgliedschaften, Standorte | Ich kann formale Anforderungen abhaken. | Zertifikate mit Geltungsbereich, Karte oder Adressliste |
| 11 (U3) | Kontakt und nächster Schritt | Ich weiß, wen ich anspreche und warum jetzt. | Ansprechperson mit Foto, Durchwahl, Anlass zur Kontaktaufnahme |
| 12 (U4) | Rückseite mit Absender | Ich finde die Kontaktdaten auch bei geschlossener Broschüre. | Adresse, Webadresse, gegebenenfalls QR-Code |
Die rechte Spalte ist zugleich deine Materialliste. Wie du sie mit Verantwortlichen und Terminen ergänzt, zeigen wir im Beitrag Inhalte für die Publikation vorbereiten.
Einstieg und Leistungsbild planen
Die ersten Seiten entscheiden, ob jemand weiterblättert. Setz an den Anfang, was die Leser zuerst wissen wollen: wer ihr seid und wofür ihr steht. Ein Vorwort der Geschäftsführung kann das leisten, wenn es eine klare Aussage enthält. Allgemeine Grußworte verschenken die wichtigste Seite.
Für das Leistungsbild gilt: lieber wenige erklärte Schwerpunkte als eine vollständige Liste. Beschreibe zu jedem, welches Problem er löst und für wen. Einzelne Produkte im Detail gehören in eine eigene Produktbroschüre.

Personen und Arbeitsweise zeigen
Diese Doppelseite macht das Unternehmen greifbar. Ein Projektablauf in vier bis sechs Schritten zeigt, was Kunden erwarten können. Porträts der Menschen, mit denen Kunden tatsächlich zu tun haben, wirken stärker als ein großes Gruppenfoto. Gib bei jedem Porträt Name und Rolle an. Für die Verbreitung von Personenfotos brauchst du in der Regel die Einwilligung der Abgebildeten. Kläre das vor dem Fototermin und lass es im Zweifel rechtlich prüfen.

Belege und Kontakt einordnen
Belege gehören hinter Leistungen und Arbeitsweise, denn dort bestätigen sie, was die Leser gerade gelesen haben. Ein Referenzprojekt ist dann überzeugend, wenn es Ausgangslage, eure Leistung und den Zeitraum nennt. Die Nennung braucht die Zustimmung des Kunden. Zertifikate, Mitgliedschaften und Auszeichnungen führst du mit Geltungsbereich und Stand auf, denn Angaben dazu dürfen nicht irreführend sein.
Der Kontakt steht am Schluss, aber nicht beiläufig. Nenne eine konkrete Person statt einer allgemeinen Adresse und einen Anlass, etwa ein unverbindliches Erstgespräch oder eine Besichtigung. Die Rückseite wiederholt Absender und Webadresse, weil Broschüren oft geschlossen im Stapel liegen.
Varianten mit acht oder sechzehn Seiten
- Acht Seiten: Kurzprofil und Einstieg auf einer Seite zusammenfassen, Arbeitsweise und Menschen auf eine Seite verdichten, ein statt drei Referenzprojekte.
- Sechzehn Seiten: je Leistungsschwerpunkt eine eigene Doppelseite, ein ausführlicheres Projekt als Fallbeispiel, eventuell eine Seite zu Ausbildung oder Arbeitgeberprofil.
Bei Klammerheftung muss die Seitenzahl durch vier teilbar sein. Mehr dazu im Beitrag zu den Bindungsarten für Broschüren.
Beispiel: Seitenaufgaben prüfen
Das Beispiel ist frei erfunden und dient nur der Veranschaulichung.
Ein Metallbaubetrieb mit rund 60 Mitarbeitenden möchte seine Unternehmensbroschüre für Architekturbüros neu aufbauen. Der erste Entwurf hat zwölf Seiten, darunter „Unsere Geschichte“ auf zwei Seiten, „Unsere Werte“ und eine Seite mit Maschinenfotos. Beim Formulieren der Seitenaufgaben zeigt sich:
- Die Geschichte beantwortet keine Frage der Architekturbüros. Sie schrumpft auf zwei Sätze im Kurzprofil.
- „Unsere Werte“ und der Einstieg sagen dasselbe. Beides wird zu einer Einstiegsseite mit der Kernaussage: Fassaden und Treppen aus Stahl und Glas, von der Werkplanung bis zur Montage aus einer Hand.
- Die Maschinenfotos wandern auf die Doppelseite zur Arbeitsweise, wo sie zeigen, welche Fertigungsschritte im eigenen Haus stattfinden.
- Es fehlte eine Antwort auf die Frage „Wen rufe ich an?“. Seite 11 bekommt die Ansprechperson für Architekturbüros mit Foto und Durchwahl.
Die Broschüre bleibt bei zwölf Seiten, aber jede Seite hat jetzt eine eigene Aufgabe.
Häufige Fragen
Gehört ein Inhaltsverzeichnis in die Unternehmensbroschüre?
Bei acht bis zwölf Seiten meist nicht, denn die Leser überblicken den Umfang beim Durchblättern. Ab etwa zwanzig Seiten oder bei klar getrennten Kapiteln hilft ein kurzes Inhaltsverzeichnis, vor allem in der PDF-Fassung.
Wohin gehört die Firmengeschichte?
Nur so viel Geschichte, wie die Leser für ihre Entscheidung brauchen. Oft genügen Gründungsjahr und zwei oder drei Meilensteine im Kurzprofil. Ein Jubiläum kann eine eigene Doppelseite rechtfertigen, wenn die Broschüre genau dafür gedacht ist.
Gilt dieselbe Gliederung für Druck und PDF?
Ja, die Reihenfolge bleibt gleich. In der PDF-Fassung lohnen sich zusätzlich anklickbare Links zu Website und Kontakt.
Wie viele Referenzprojekte sind sinnvoll?
Zwei bis drei gut beschriebene Projekte überzeugen meist mehr als eine lange Liste von Namen. Wähle Projekte, die zur Hauptzielgruppe passen, und hol für jedes die Zustimmung des Kunden ein.
Dein nächster Schritt
Übertrag die Tabelle in dein eigenes Dokument und formuliere für jede Seite die Aufgabe aus Lesersicht. Wie Inhalte und Belege ausgewählt werden, liest du im Themenschwerpunkt Unternehmensbroschüre planen. Wenn die Gliederung steht, setzen wir sie gern mit dir als Unternehmensbroschüre um. Beschreib uns dein Vorhaben über die Projektanfrage.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: § 22 Kunsturhebergesetz, Recht am eigenen Bild. Abgerufen am 02.11.2026.
- Bundesministerium der Justiz: § 5 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Irreführende geschäftliche Handlungen. Abgerufen am 02.11.2026.
Beitragsbild und Bilder im Text: KI-generiert.