Dieser Beitrag gehört zum Themenschwerpunkt Unternehmensbroschüre planen: Aufbau, Inhalte und Wirkung.
Das Cover ist die Seite deiner Broschüre, die am häufigsten gesehen und am kürzesten betrachtet wird. Es liegt auf dem Messetisch neben anderen Unterlagen, steckt in einer Angebotsmappe oder erscheint als kleines Vorschaubild im E-Mail-Anhang. In diesen Momenten muss es drei Dinge zeigen: von wem die Broschüre stammt, worum es geht und warum sich das Aufschlagen lohnt.
Hier zeigen wir dir, wie du ein Broschürencover mit einfachen Tests prüfst. Die Checkliste passt zu jeder Broschüre, besonders aber zu Unternehmens- und Imagebroschüren, bei denen Absender und Wiedererkennung zählen.
Kurz gesagt: Ein gutes Broschürencover hat eine klare Titelhierarchie mit höchstens drei Ebenen, ein Motiv, das zur Botschaft passt und den Beschnitt verträgt, und einen erkennbaren Absender. Prüfe es verkleinert, aus Entfernung und in Graustufen, und plane Rücken und Rückseite von Anfang an mit.
Checkliste: acht Punkte für dein Cover
Diese Prüfliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen. Die Nummern 2 bis 6 und 8 findest du auch in der Grafik wieder. Geh die Liste bei jedem Coverentwurf einmal vollständig durch.

| Nr. | Prüfpunkt | Erfüllt, wenn … |
|---|---|---|
| 1 | Zweck und Lesesituation | klar ist, wo das Cover zuerst gesehen wird: im Stapel, in der Hand, als Vorschaubild. |
| 2 | Layout | die Elemente einem Raster folgen und genug Weißraum um den Titel bleibt. |
| 3 | Typografie | der Titel kurz, groß und auch verkleinert lesbar ist und höchstens zwei Schriften verwendet werden. |
| 4 | Bild | das Motiv zur Botschaft und zur Zielgruppe passt und den Beschnitt verträgt. |
| 5 | Farbe | Titel und Hintergrund deutlich kontrastieren und die Farben dem Corporate Design folgen. |
| 6 | Text | ein Untertitel sagt, was die Leser in der Broschüre erwartet oder welchen Nutzen sie haben. |
| 7 | Rücken und Rückseite | Rückenbreite, Rückentitel und Inhalt der Rückseite festgelegt sind. |
| 8 | Marke | Logo und Absender an der gewohnten Stelle stehen und das Cover zu den übrigen Unterlagen passt. |

Titelhierarchie testen
Ein Cover braucht eine eindeutige Reihenfolge: Was sieht man zuerst, was danach? Bei einer Unternehmensbroschüre sind das meist Titel, Untertitel und Absender. Mehr als drei Textebenen machen das Cover unruhig. Slogans, Aufzählungen von Leistungen oder Kontaktdaten gehören auf die Innenseiten oder die Rückseite.
Drei einfache Tests zeigen, ob die Hierarchie funktioniert:
- Verkleinerungstest: Zeig das Cover in Briefmarkengröße am Bildschirm. Ist der Titel noch lesbar und der Absender erkennbar?
- Entfernungstest: Leg einen Probedruck auf einen Tisch und betrachte ihn aus zwei bis drei Metern. So sieht ihn jemand am Messestand.
- Graustufentest: Wandle das Cover in Graustufen um. Wenn der Titel dann im Bild verschwindet, fehlt Helligkeitskontrast. Für die PDF-Fassung nennen die Barrierefreiheitsrichtlinien WCAG ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5 zu 1 für normalen Text und 3 zu 1 für großen Text. Im Druck sind diese Werte eine brauchbare Orientierung.
Mehr zur Ordnung auf der Fläche findest du in den Beiträgen zu Raster und Satzspiegel und zur Nutzung von Weißraum.
Motiv und Beschnitt prüfen
Das Titelmotiv setzt die Stimmung der ganzen Broschüre. Bei Unternehmensbroschüren wirken eigene Fotos aus Arbeitsalltag, Projekten oder Produkten meist glaubwürdiger als austauschbare Stockbilder. Wie du Motive aus der Marke ableitest, erklären wir im Beitrag zu Emotionen in Imagebroschüren.
Technisch muss das Motiv den Beschnitt vertragen. Randabfallende Bilder werden über das Endformat hinaus angelegt, damit nach dem Schneiden kein weißer Rand entsteht. Adobe nennt für InDesign 3 mm als Standardmaß für diesen Anschnitt. Manche Druckereien verlangen mehr, frag deshalb vorher nach. Wichtige Bildteile wie Gesichter und alle Texte brauchen zusätzlich Abstand zur Schnittkante. Prüfe außerdem, ob das Motiv genug ruhige Fläche für den Titel lässt und ob die Auflösung für die gewählte Größe reicht. Damit Farben im Druck stimmen, hilft der Beitrag zum Konvertieren von RGB in CMYK.

Rücken und Rückseite mitdenken
Das Cover endet nicht an der rechten Kante der Titelseite. Bei einer Klebebindung hat die Broschüre einen Rücken, dessen Breite von Seitenzahl und Papier abhängt. Die genaue Breite nennt die Druckerei, wenn Umfang und Papier feststehen. Ab einer gewissen Stärke lohnt ein Rückentitel, damit die Broschüre auch im Regal auffindbar ist. Bei Klammerheftung gibt es keinen bedruckbaren Rücken. Welche Bindung zu deinem Umfang passt, liest du im Beitrag zu den Bindungsarten für Broschüren, und wie das Papier die Stärke beeinflusst, im Beitrag zu Papierstärken und Grammaturen.
Die Rückseite wird oft vergessen, obwohl Broschüren häufig mit ihr nach oben liegen. Sie wiederholt den Absender und nennt Adresse, Webadresse und gegebenenfalls einen QR-Code. Läuft ein Motiv über Vorder- und Rückseite, plane den Rücken in der Mitte mit, damit dort kein wichtiges Bilddetail liegt.
Beispiel: Ein Coverentwurf im Test
Das Beispiel ist frei erfunden und dient nur der Veranschaulichung.
Ein Logistikunternehmen lässt das Cover seiner neuen Unternehmensbroschüre prüfen. Der erste Entwurf zeigt ein Stockfoto mit Lkw auf einer Autobahn, darüber den Titel „Imagebroschüre“, drei Slogans und unten klein das Logo. Die Tests ergeben:
- Verkleinerungstest: Die Slogans sind nicht mehr lesbar, das Logo verschwindet. Die Slogans entfallen, das Logo wird größer und rückt an die Stelle, an der es auch auf Angeboten steht.
- Titel: „Imagebroschüre“ beschreibt die Gattung, nicht den Inhalt. Neuer Titel: „Kontraktlogistik für Lebensmittel“, Untertitel: „Lagerung, Kommissionierung und Auslieferung aus drei Standorten“.
- Motiv: Das Stockfoto wird durch ein eigenes Foto aus dem Kühllager ersetzt. Es lässt oben ruhige Fläche für den Titel.
- Beschnitt: Das Foto wird mit Anschnitt angelegt, das Gesicht des Lagermitarbeiters rückt weiter von der Schnittkante weg.
- Rückseite: Sie bekommt Absender, Standorte und Webadresse, damit die Broschüre auch umgedreht im Stapel erkennbar bleibt.
Häufige Fragen
Wie viel Text gehört auf ein Broschürencover?
So wenig wie möglich: Titel, gegebenenfalls ein Untertitel und der Absender. Alles Weitere schwächt die Hierarchie. Kontaktdaten, Leistungslisten und Slogans gehören auf Innenseiten oder Rückseite.
Foto oder rein typografisches Cover?
Beides funktioniert. Ein Foto vermittelt schnell Stimmung und Branche, braucht aber ein passendes eigenes Motiv. Ein typografisches Cover wirkt ruhig und eignet sich, wenn kein starkes Bild vorhanden ist oder die Broschüre zu einer Reihe gehört.
Was gehört auf die Rückseite einer Unternehmensbroschüre?
Mindestens Absender, Adresse und Webadresse. Sinnvoll sind außerdem eine Ansprechperson oder allgemeine Kontaktdaten und gegebenenfalls ein QR-Code zu einer Seite mit aktuellen Informationen.
Wann brauche ich einen Rückentitel?
Wenn die Broschüre klebegebunden ist und einen Rücken hat, der breit genug für lesbare Schrift ist. Ob das der Fall ist, hängt von Seitenzahl und Papier ab. Die Druckerei nennt dir die genaue Rückenbreite.
Dein nächster Schritt
Druck deinen aktuellen Coverentwurf aus und geh die acht Punkte der Checkliste mit den drei Tests durch. Wie das Cover in den Gesamtaufbau passt, liest du im Themenschwerpunkt Unternehmensbroschüre planen. Wenn du deine Unternehmensbroschüre gestalten lassen möchtest, beschreib uns dein Vorhaben über die Projektanfrage.
Quellen
- Adobe: Anschnitt für den Druck in InDesign festlegen. Abgerufen am 02.11.2026.
- World Wide Web Consortium (W3C): Understanding Success Criterion 1.4.3: Contrast (Minimum). Abgerufen am 02.11.2026.
Beitragsbild und Bilder im Text: KI-generiert. Erklärgrafiken: eigene Darstellung.