Broschüre mit ChatGPT erstellen: Was KI kann – und wo sie scheitert

Illustration in Orange und Schwarz: ein grob verpixeltes, ausgedrucktes Bild mit Fadenzähler und Stift, daneben ein Textentwurf mit Korrekturmarkierungen und im Hintergrund ein Laptop mit Chatfenster.
Illustration in Orange und Schwarz: ein grob verpixeltes, ausgedrucktes Bild mit Fadenzähler und Stift, daneben ein Textentwurf mit Korrekturmarkierungen und im Hintergrund ein Laptop mit Chatfenster.

Texte formulieren, Gliederungen vorschlagen, Bilder erzeugen: Mit ChatGPT und anderen KI-Werkzeugen entstehen die Inhalte für eine Broschüre heute in Minuten. Das ist eine echte Erleichterung – vor allem, wenn kein eigenes Marketingteam zur Verfügung steht. Doch zwischen einem überzeugenden KI-Entwurf und einer Broschüre, die auch gedruckt überzeugt, liegen mehr Schritte, als es auf den ersten Blick scheint.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, wofür KI bei der Broschürenerstellung wirklich hilfreich ist, wo die typischen Fehler liegen und wie du deinen Entwurf prüfst, bevor er in den Druck geht.

Wofür KI bei Broschüren wirklich hilfreich ist

  • Struktur: Eine KI schlägt in Sekunden eine sinnvolle Gliederung vor – vom Titel über die Kapitel bis zum Kontaktteil.
  • Erste Textentwürfe: Aus Stichpunkten werden lesbare Absätze, die du anschließend überarbeitest.
  • Ideen und Varianten: Überschriften, Slogans oder Bildideen lassen sich schnell in mehreren Varianten durchspielen.
  • Kürzen und Vereinfachen: Lange Fachtexte werden verständlicher und passen besser auf eine Seite.

Richtig eingesetzt spart KI also Zeit. Problematisch wird es, wenn ihre Ergebnisse ungeprüft in die fertige Broschüre wandern.

Typische Fehler in KI-Texten

Erfundene Fakten

Sprachmodelle formulieren überzeugend – auch dann, wenn die Inhalte nicht stimmen. Zahlen, Studien, Normen oder Zitate können frei erfunden sein. In einer gedruckten Broschüre lässt sich ein solcher Fehler nicht mehr korrigieren. Prüfe deshalb jede Tatsachenbehauptung an einer verlässlichen Quelle.

Rechtlich heikle Aussagen

KI-Texte neigen zu Superlativen und großen Versprechen. In vielen Branchen ist das riskant: Im Gesundheitsbereich setzt etwa das Heilmittelwerbegesetz enge Grenzen, und auch allgemein können irreführende Werbeaussagen abgemahnt werden. Eine KI kennt deine Branche und ihre Regeln nicht verlässlich.

Austauschbarer Tonfall

Ohne genaue Vorgaben klingen KI-Texte oft glatt und beliebig. Dein Unternehmen hat aber eine eigene Stimme – und die geht verloren, wenn Texte nicht überarbeitet werden. Warum Individualität bei Broschüren so wichtig ist, haben wir im Beitrag Broschüre erstellen mit KI-Apps beschrieben.

Typische Fehler bei KI-Bildern

Zu geringe Auflösung

KI-Bilder werden meist für die Anzeige am Bildschirm erzeugt. Für den Druck brauchst du rund 300 dpi in der tatsächlichen Größe. Ein Bild mit 1.024 Pixeln Breite reicht damit nur für knapp 9 cm Druckbreite. Soll es eine A4-Seite randabfallend füllen, braucht es rund 2.550 Pixel in der Breite. Hochrechnen hilft nur begrenzt: Fehlende Details lassen sich nicht zuverlässig ergänzen.

Balkendiagramm: 1.024 Pixel reichen bei 300 dpi für 8,7 cm, 1.536 Pixel für 13 cm, 2.048 Pixel für 17,3 cm und 2.551 Pixel für 21,6 cm Druckbreite.
Erst ab rund 2.550 Pixeln Breite reicht ein Bild für eine randabfallende A4-Seite.

Verzerrte Schrift und fehlerhafte Details

Schriftzüge in KI-Bildern sind noch immer häufig fehlerhaft: vertauschte Buchstaben, Fantasiewörter, verformte Logos. Auch Hände, Gesichter im Hintergrund oder technische Details enthalten oft kleine Fehler, die erst bei genauem Hinsehen auffallen – und im Druck nicht mehr zu ändern sind.

Ungeklärte Rechte

Nach deutschem Urheberrecht gelten rein KI-erzeugte Bilder nach überwiegender Auffassung nicht als geschütztes Werk, weil die persönliche geistige Schöpfung fehlt. Das heißt auch: Andere dürfen ein ähnliches Motiv unter Umständen ebenfalls nutzen. Außerdem können KI-Bilder bestehenden Werken, Marken oder realen Personen ähneln. Prüfe die Nutzungsbedingungen deines KI-Werkzeugs und kläre im Zweifel rechtlich ab, ob du ein Motiv werblich einsetzen darfst.

Aus Text und Bild wird noch kein Layout

Selbst wenn Texte und Bilder stimmen: Eine Broschüre ist mehr als die Summe ihrer Teile. Damit sie gelesen wird, braucht sie ein durchdachtes Layout – einen Satzspiegel und ein Raster, die Ordnung schaffen, genug Weißraum, eine klare Hierarchie aus Überschriften und Fließtext und eine Bildsprache, die zusammenpasst.

Dazu kommen die technischen Anforderungen an die Druckdatei: Farbraum, Anschnitt, Seitenzahl und Bindung. KI-Werkzeuge erzeugen inzwischen auch komplette Seitenlayouts. Am Bildschirm sehen diese oft ansprechend aus, als Druckdatei mit Anschnitt, CMYK-Farben und den Vorgaben einer Druckerei sind sie aber in der Regel nicht angelegt. Welche Punkte dabei wichtig sind, haben wir im Beitrag Broschüre mit Canva erstellt – warum sie trotzdem nicht druckfähig ist zusammengefasst.

Checkliste: So prüfst du deinen KI-Entwurf vor dem Druck

  • Sind alle Zahlen, Namen, Daten und Zitate an einer verlässlichen Quelle geprüft?
  • Enthält der Text Versprechen oder Superlative, die du nicht belegen kannst oder die rechtlich problematisch sind?
  • Klingt der Text nach deinem Unternehmen?
  • Haben alle Bilder rund 300 dpi in der Größe, in der sie gedruckt werden?
  • Enthalten Bilder fehlerhafte Schrift, verformte Details oder Ähnlichkeiten mit fremden Marken?
  • Darfst du alle Bilder werblich nutzen?
  • Liegt die Druckdatei in CMYK vor, mit Anschnitt und nach den Vorgaben deiner Druckerei?
  • Passt die Seitenzahl zur gewählten Bindung?
  • Ist die Broschüre auch für Menschen mit Seheinschränkungen gut lesbar? Tipps dazu findest du im Beitrag Barrierefreie Broschüren.

Vom KI-Entwurf zur druckfertigen Broschüre

Wenn du bei einem oder mehreren Punkten unsicher bist, musst du nicht von vorn anfangen. myBroschur prüft deinen KI- oder Canva-Entwurf auf Druckfähigkeit und Gestaltung und setzt ihn auf Wunsch professionell neu um. Wie das abläuft, liest du im Beitrag Canva- oder KI-Entwurf drucken lassen.

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Beitragsbild: KI-generiert. Erklärgrafiken: eigene Darstellung.

Bild von Sandro Hausruckinger-Lindner

Sandro Hausruckinger-Lindner

Sandro Hausruckinger-Lindner ist Grafikdesigner und WordPress-Freelancer mit über 20 Jahren Erfahrung. Er unterstützt Werbeagenturen und Unternehmen bei der Gestaltung von Publikationen wie Broschüren, Magazinen und Katalogen sowie bei der Entwicklung von maßgeschneiderten Webseiten und Webanwendungen.

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