Briefing für Broschüren, Kataloge und Magazine: Checkliste mit Beispiel

Illustration in Orange und Schwarz: Ansicht von oben. Eine Hand hakt auf einem Klemmbrett eine Checkliste ab, eine zweite Hand hält einen aufgeschlagenen Katalog.
Illustration in Orange und Schwarz: Ansicht von oben. Eine Hand hakt auf einem Klemmbrett eine Checkliste ab, eine zweite Hand hält einen aufgeschlagenen Katalog.

Dieser Beitrag gehört zum Themenschwerpunkt Publikation planen: Ziele, Briefing und Projektumfang.

Ein Briefing muss kein langes Dokument sein. Es muss aber die Fragen beantworten, die sonst mitten im Projekt auftauchen: Für wen ist die Publikation gedacht? Was liegt schon vor? Wer entscheidet? Und woran merkt ihr am Ende, dass das Ergebnis passt? Diese Checkliste führt dich in drei Schritten durch ein Briefing für Broschüren, Kataloge und Magazine. Du kannst sie direkt als Gliederung für dein eigenes Dokument verwenden.

Kurz gesagt: Ein vollständiges Briefing beschreibt Ziel und Empfänger, listet Material und Zuständigkeiten auf und legt Abnahmekriterien fest. Wenn alle drei Teile ausgefüllt sind, können Gestaltung, Text und Bildbeschaffung ohne Rückfragen starten.

Schritt 1: Ziele und Empfänger erfassen

Beginne mit dem Zweck der Publikation, nicht mit ihrer Form. Die Fragen in dieser Tabelle helfen dir, Ziel und Zielgruppe so konkret zu beschreiben, dass sich daraus Inhalte ableiten lassen.

Frage Worauf es ankommt
Was ist der Anlass? Messe, Produkteinführung, Jubiläum, Recruiting, Aktualisierung einer bestehenden Publikation
Was soll sich nach dem Lesen ändern? Eine beobachtbare Wirkung, etwa eine Terminanfrage, eine Produktauswahl oder ein besseres Verständnis eines Angebots
Wer liest zuerst? Die wichtigste Zielgruppe mit Funktion, Vorwissen und Erwartung
In welcher Situation wird gelesen? Am Messestand, im Kundengespräch, nach dem Postversand, am Bildschirm
Was soll hängen bleiben? Eine Kernbotschaft in einem Satz
Was ist ausdrücklich nicht Ziel? Themen oder Zielgruppen, die bewusst außen vor bleiben

Die letzte Frage wird oft vergessen. Sie hilft später, wenn jemand „noch schnell“ ein weiteres Thema unterbringen möchte.

Illustration in Orange und Schwarz: Drei Kolleginnen und Kollegen sitzen an einem runden Tisch mit ausgedruckten Produktblättern, Fotos und einem Laptop und besprechen das Material.
Wer liefert was bis wann? Das klärt ein kurzes Gespräch mit allen Beteiligten.

Schritt 2: Ausgangsmaterial und Zuständigkeiten sammeln

Im zweiten Teil hältst du fest, was es schon gibt und wer was beiträgt. Trage für jedes Element ein, ob es vorhanden ist, wer es liefert und bis wann.

Bereich Zu klären
Corporate Design Logo in Druckqualität, Hausschriften, Farbwerte, vorhandene Gestaltungsrichtlinien
Texte Vorhandene Texte, neu zu schreibende Texte, Verantwortliche für Inhalt und fachliche Prüfung
Bilder und Grafiken Vorhandene Fotos, benötigte neue Motive, Nutzungsrechte, Zustimmung abgebildeter Personen
Daten Produktdaten, Preise, Kennzahlen, Quellen und Stand der Daten
Umfang und Ausgabe Format, ungefähre Seitenzahl, Sprachen, Druck, PDF oder beides, gegebenenfalls Auflage
Termine Fertigstellungstermin, Materialtermine, Korrekturrunden, Druckfreigabe
Ansprechpartner Wer koordiniert, wer prüft fachlich, wer gibt endgültig frei

Ausführlich beschreiben wir das Sammeln und Ordnen von Material im Beitrag Inhalte für die Publikation vorbereiten.

Illustration in Orange und Schwarz: Detailansicht einer Bleistiftspitze, die ein Häkchen in ein gedrucktes Kästchen auf Naturpapier setzt.
Überprüfbare Abnahmekriterien machen die Freigabe leichter.

Schritt 3: Abnahmekriterien formulieren

Abnahmekriterien beschreiben, woran ihr erkennt, dass die Publikation fertig ist. Sie verhindern, dass Geschmacksfragen am Ende die Freigabe blockieren. Gute Kriterien sind überprüfbar, zum Beispiel:

  • Alle Produktdaten sind vom Produktmanagement geprüft und freigegeben.
  • Die Gestaltung hält das Corporate Design ein: Logo, Schriften und Farbwerte entsprechen den Vorgaben.
  • Jedes Foto hat geklärte Nutzungsrechte und, wo nötig, eine Bildquelle.
  • Die Druckdatei entspricht den technischen Vorgaben der Druckerei.
  • Die Kernbotschaft ist auf dem Titel und auf der ersten Doppelseite erkennbar.

Eine Aussage wie „Es muss modern wirken“ ist dagegen kein Abnahmekriterium. Übersetze solche Wünsche besser in Beispiele, die dir gefallen, und beschreibe, was genau daran passt.

Durchgearbeitetes Beispiel

Das Beispiel ist frei erfunden und dient nur der Veranschaulichung.

Ein Großhändler für Werkzeuge plant einen Sortimentskatalog für den Außendienst. So könnte das ausgefüllte Briefing in Kurzform aussehen:

  • Anlass und Ziel: neuer Jahreskatalog. Kunden sollen im Gespräch mit dem Außendienst passende Artikel schnell finden und vergleichen können.
  • Zielgruppe: Einkäufer in Handwerksbetrieben, die den Katalog auch nach dem Termin zum Nachbestellen nutzen.
  • Nicht Ziel: keine Imagewerbung, keine Unternehmensgeschichte.
  • Material: Artikeldaten als Tabelle aus dem Warenwirtschaftssystem, Produktfotos teilweise vorhanden, neue Freisteller für zwanzig Artikel nötig.
  • Zuständigkeiten: Marketing koordiniert, Einkauf prüft Daten und Preise, Vertriebsleitung gibt frei.
  • Abnahmekriterien: Jede Artikelnummer ist geprüft, jede Produktgruppe ist über das Register auffindbar, Preise entsprechen dem Stand zum Druckdatum.

Mit diesem Stand lässt sich der Katalog konkret planen: Seitenstruktur, Vergleichstabellen und Register ergeben sich direkt aus den Antworten.

Häufige Fragen

Wer sollte das Briefing schreiben?

Am besten die Person, die das Projekt intern koordiniert. Sie sammelt die Antworten aus Fachabteilungen und Geschäftsführung. Wir helfen gern dabei, offene Punkte zu erkennen und das Briefing zu strukturieren, die inhaltlichen Entscheidungen bleiben aber bei dir.

Reicht ein Gespräch statt eines schriftlichen Briefings?

Ein Gespräch ist ein guter Start. Halte die Ergebnisse aber schriftlich fest und lass sie von allen Beteiligten bestätigen. Nur so gibt es später eine gemeinsame Grundlage, auf die sich alle beziehen können.

Was tun, wenn noch nicht alle Antworten feststehen?

Markiere offene Punkte ausdrücklich, zum Beispiel mit dem Zusatz „offen bis“ und einem Datum. Ein Briefing mit sichtbaren Lücken ist hilfreicher als eines, das Annahmen als Tatsachen darstellt.

Wie gehe ich mit vielen Beteiligten und unterschiedlichen Wünschen um?

Lege früh fest, wer die endgültige Entscheidung trifft. Sammle Feedback gebündelt und führe es vor der Weitergabe zusammen. Widersprüchliche Korrekturen sollten intern geklärt sein, bevor sie in die Gestaltung gehen.

Dein nächster Schritt

Übertrage die drei Tabellen in dein eigenes Dokument und fülle sie für dein Projekt aus. Wie die einzelnen Entscheidungen zusammenhängen, liest du im Themenschwerpunkt Publikation planen. Wenn dein Briefing steht, kannst du es uns direkt über die Projektanfrage schicken.

Quellen

Beitragsbild und Bilder im Text: KI-generiert.

Bild von Sandro Hausruckinger-Lindner

Sandro Hausruckinger-Lindner

Sandro Hausruckinger-Lindner ist Grafikdesigner und WordPress-Freelancer mit über 20 Jahren Erfahrung. Er unterstützt Werbeagenturen und Unternehmen bei der Gestaltung von Publikationen wie Broschüren, Magazinen und Katalogen sowie bei der Entwicklung von maßgeschneiderten Webseiten und Webanwendungen.

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